Erlebnisbauernhof
„Erlebnisbauernhof der leisen Töne“ haben wir unseren Bauernhof ganz bewusst genannt: Von unseren Alpakas das leise Werden lernen, dem Lärm des Alltags entkommen, der Natur und den Tieren lauschen, Atem holen und die heilende Kraft der leisen Töne erspüren. Ja das wünschen wir Ihnen, wenn Sie zu uns auf den Hof kommen möchten.
Wir laden auf unserem idyllischen Bauernhof Interessierte ein, in direktem Kontakt sich einzulassen auf das Abenteuer „Bauernhof wie vor 40 Jahren“, wo es noch nach Stall und Heu riecht und fernab von Massentierhaltung jedes einzelne Nutztier noch seinen Namen und Eigenwert hat.
Wir laden Sie und euch, liebe Kinder und Jugendliche ein, zu erspüren und neu zu erleben, was es heißt, für Tiere zu sorgen und verantwortlich zu sein, neu zu verstehen, was die leckere Leberkässemmel mit dem Bauernhof und den Nutztieren zu tun hat und dass auch eine Bauersfamilie von ihrer Hände Arbeit Geld verdienen muss, um so leben zu können wie andere auch.
Schon seit Jahrzehnten ist die Landwirtschaft unaufhaltsam auf dem marktwirtschaftlich unbarmherzigen Weg zur Industrialisierung: größer, mehr, billiger. Die Bauern und die Bauernhöfe verschwinden aus unseren Dörfern; und mit ihnen bäuerliches Brauchtum und dörfliche Kultur; viele Menschen, Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene verlieren im Zuge der Urbanisierung zusehends grundlegendes Basiswissen über die Produktion von gesunden Nahrungsmitteln, die Haltung von Nutztieren und die Bewirtschaftung von Äckern, Wiesen und Wäldern. Die Milch gibt’s im Tetrapak, das Steak grillfertig in Folie verpackt, Zucker, Zwiebeln und Kartoffeln aus Überseen liegen zum Sonderpreis im Regal.
Mit Herz und Seele
Terra Alpaca Aholfing ist ein kleiner konventioneller Bauernhof mit Herz und Seele, ein besonderer Ort menschlicher Begegnung, des spirituellen Austausches und der Inspiration. Das Angelus-Geläut vom Kirchturm der nur wenige Schritte entfernten Pfarrkirche St. Lukas ist am Hof gut zu hören und lädt stets für einen Moment zum Innehalten und Beten ein.
Am Rand des Gäubodens gelegen, die Donau in Sichtweite liegt Aholfing (zwischen Regensburg und Straubing) abgeschieden buchstäblich auf dem flachen Land mit herrlichem Blick auf den Bayerischen Vorwald. Ungestörte Idylle ohne Verkehrslärm, fern ab vom Massenbetrieb. Unser Drei-Seit-Bauernhof mit all den Tieren sowie die nahe gelegene 1,8 ha große Weide mit vielen Ruhe- und Sitzmöglichkeiten schaffen eine geschützte Atmosphäre, in dem Gespräche Tiefe gewinnen und neue Perspektiven entstehen können.
Ein Erlebnisbauernhof ideal für Ausflüge, Seminare und Aktivitäten von Pfarreien, kirchlichen Gruppen (Ministranten, Erstkommunionkindern, Konfirmanden) und Verbänden, Klerikern, Ordensgemeinschaften, Senioren. Als Soziale Landwirtschaft freuen wir uns über Gäste mit besonderen Bedürfnissen, mit und ohne Handicap.
Unsere Angebote für kirchliche Gruppen
- Hofführungen mit spirituellen und lebensnahen Impulsen
- Wanderungen mit Alpakas und Ziegen (auf den Spuren von Abraham und Mose)
- Vorträge zu biblischen, theologischen und philosophischen Themen
- Gespräche über Glauben, Lebensfragen und Krisen
- Seelsorgliche Gesprächskreise für Menschen in schwierigen Lebenssituationen
- Brot backen im hofeigenen Backhäuschen (alternativ Pizza)
- Zeit für Stille, Begegnung mit den Tieren und persönliche Erholung
- Tiergestützte Aktivitäten, die Spaß machen und das Schwere im Leben für einen Moment vergessen lassen
Rahmen & Ausstattung
- Barrierefreier Hofrundgang, Stall und WC
- Moderner Tagungssaal und Seminarräume mit professioneller Medientechnik (über Treppe erreichbar)
- Hofladen mit Alpaka-Wollprodukten sowie Fair-Trade-Artikeln
- Loungebereiche zum Entspannen
- Cateringangebote – von schlicht bis exklusiv
Programm, Dauer und Preise individuell vereinbar
Es gibt Orte, die mehr sind als ein Punkt auf der Landkarte.
So ein Ort ist Terra Alpaca Aholfing.
Unser Bauernhof hat Herz und Seele.
Hier zählt nicht Leistung, sondern Begegnung.
Nicht Arbeit, sondern Gemeinschaft.
Nicht Landwirtschaft, sondern Schöpfung.
Landwirtschaft, die man spürt
Wir „leben“ Landwirtschaft jeden Tag, jede Minute –
mit unseren Tieren, mit der Natur und den Elementen
… und mit den Menschen, die unseren Hof besuchen.
Unsere Tiere haben Ohrenmarken und sind doch mehr als nur Nummern.
Sie sind Mitgeschöpfe, „Familienmitglieder“, Herz unseres Alltags.
Ihr Wohl bestimmt unseren Rhythmus – nicht die Uhr.
Wir denken Landwirtschaft anders.
Nebenerwerb – aus Überzeugung
Unser Hof wird im Nebenerwerb geführt,
doch das Herz arbeitet Vollzeit.
Gerade deshalb ist es für uns wichtig,
achtsam miteinander umzugehen, füreinander zu sorgen
und Entscheidungen nicht nach Gewinn und Verdienst,
sondern nach Werten zu treffen.
Begegnungen, die bleiben
Ob Hofgäste, Kinder, Familien oder Menschen mit Handicap –
wer zu uns kommt, wird spüren:
Hier begegnet man Menschen und Tieren mit Herz und Seele.
Wer traurig ist, findet für einen Moment Trost,
Wer rastlos ist, für einen Moment Ruhe,
Wer allein ist, für einen Moment Gemeinschaft.
Unsere Philosophie
- Gemeinschaft und Begegnung
- Empathie und Authentizität
- Humor und Lebensfreude
- Hoffnung und Sinn
Ein Bauernhof mit Herz und Seele
…weil Landwirtschaft nur dann Zukunft hat, wenn man sie lebt jeden Tag, jede Minute
Soziale Landwirtschaft
Unser Erlebnisbauernhof möchte als landwirtschaftlicher Betrieb auch ein Ort der Begegnung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen sein. Unterschiedliche erlebnispädagogische, soziale und spirituelle Angebote, Projekte und Seminare ermöglichen das Erfahren von heiler Welt fernab unserer hochtechnisierten, digitalen Leistungsgesellschaft, in der jeder auf seine Weise zu funktionieren hat und daher der einzelne bisweilen unter die Räder zu kommen droht.
In der hautnahen Begegnung mit unseren Tieren, der Idylle von Natur und ursprünglicher Landwirtschaft lernen Menschen aller Altersstufen in herzlicher Gemeinschaft sich selbst neu kennen, sich wertschätzen und gewinnen vielleicht eine neue Sicht auf die Welt und den Sinn des Lebens.
Wir bieten die Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Vereinen und Organisation an: Hospizverein, Trauerbegleitung, Inklusion, Kindergärten, Schulen, Menschen mit Handicap und in Krisensituationen, kirchliche Entwicklungshilfeprojekte, Senioren, Geriatrie. Sprechen Sie uns an!
Tiergestützte Begleitung
Sanfte Nüstern, neugierige Blicke und flauschige Gesichter – Tiere haben eine ganz besondere Wirkung auf uns Menschen, egal in welcher Lebenssituation wir uns befinden. Sie begegnen uns ohne Vorurteile, ohne Erwartungen und brechen so durch ihre je eigene Art verschlossene Türen in uns auf, die Worte und auch professionelle Gespräche und Therapien bisweilen nicht oder nur schwer zu öffnen vermögen.
Unsere tiergestützten Aktionen verknüpfen die beruhigende Wirkung unserer speziell dafür selektierten und ausgebildeten Bauernhoftiere mit unserer jahrelangen pädagogischen Erfahrung.
Umgeben von Bauernhofidylle und einem Setting von „heiler Welt“ begleiten wir Menschen jeden Alters, in besonderen Lebenssituationen und je eigenen Bedürfnissen, um sie mit unseren Tieren zu unterstützen, zu stärken und aufzumuntern – körperlich, emotional und seelisch.
Viele wissenschaftliche Studien belegen: Der Kontakt zu Tieren kann Stressfaktoren lindern, das Selbstwertgefühl steigern, motorische Fähigkeiten fördern und emotionale Blockaden lösen helfen. Tiere reagieren unmittelbar auf unser Verhalten und unsere Stimmung auf je eigene Art und Weise – das macht sie zu einfühlsamen und ehrlichen Begleitern.
Was Kinder im Umgang mit unseren Hoftieren lernen
Vielleicht zeigt sich der Charakter eines Menschen nirgendwo deutlicher als im Umgang mit einem Wesen, das ihm schutzlos mehr oder weniger „ausgeliefert“ ist.
Tiere begegnen uns ohne Vorurteile. Sie fragen nicht nach Herkunft, Besitz oder gesellschaftlichem Rang. Sie spüren, ob ein Mensch ruhig oder unruhig, geduldig oder grob, aufmerksam oder gleichgültig ist. Und vielleicht liegt gerade darin etwas Besonderes:
Wer einem Tier mit Achtung begegnet, übt zugleich Achtung vor dem Leben
Der Philosoph Arthur Schopenhauer hat diesen Gedanken besonders eindringlich formuliert:
„Mitleid mit den Tieren hängt mit der Güte des Charakters so genau zusammen, dass man zuversichtlich behaupten darf, wer gegen Tiere grausam ist, könne kein guter Mensch sein.“
(Über die Grundlage der Moral, 1840) Für Schopenhauer entspringen Mitgefühl gegenüber Tieren und Mitgefühl gegenüber Menschen derselben inneren Quelle. Er sieht im Mitleid nicht Schwäche, sondern eine Grundlage von Gerechtigkeit und Menschenliebe.
Im hautnahen Kontakt mit Tieren lernen und begreifen Kinder etwas, das weder Internet, soziale Medien noch TV-Serien vermitteln können: echte Empathie, Geduld, Verantwortung und Vertrauen.
Bei Terra Alpaca Aholfing erleben Kinder, dass Vertrauen nicht eingefordert werden kann. Ein Alpaka lässt sich nicht einfach anfassen, nur weil man es jetzt gerade möchte. Unsere superzahme Ziege Gretl braucht ihren eigenen Moment; und Darius, unser Schwarzwälder Wallach, reagiert auf die Ruhe oder Unruhe seines Gegenübers sehr empfindsam. Auch Dux entscheidet selbst, wann er bellt und wann er Nähe zulässt. Kinder lernen dadurch, innezuhalten, auf das Besitzergreifen zu verzichten, aufmerksam zu beobachten und die Grenzen eines anderen Lebewesens zu respektieren.
So entsteht Geduld ganz von selbst. Nicht alles muss sofort geschehen. Manchmal braucht es Zeit, bis ein Tier Vertrauen fassen kann. Wer ruhig bleibt, vorsichtig handelt und die Signale des Tieres wahrnimmt, wird oft mit einem besonderen Moment belohnt: mit einem neugierig sich annähernden Alpaka, einer ausgestreckten Pferdenase oder einem Hund, der sich schon mal entspannt auf den Rücken legt, um Streicheleinheiten „entgegenzunehmen.“
Gleichzeitig wächst im Kind ein Verantwortungsgefühl. Ein Tier ist kein Spielzeug und kein Gegenstand, der jederzeit genau das tun muss, was wir möchten. Es hat Bedürfnisse, Gefühle und seinen eigenen Charakter. Wer ein Tier führt, füttert, streichelt oder einfach nur beobachtet, trägt Verantwortung dafür, dass es sich wohl und sicher fühlt.
Damit wird der Besuch bei Terra Alpaca zu mehr als einem schönen Erlebnis. Kinder erleben unmittelbar, was Respekt vor einem anderen Lebewesen bedeutet. Sie lernen, dass Stärke nicht darin liegt, sich durchzusetzen, sondern darin, aufmerksam, behutsam und verlässlich zu sein.
Vielleicht liegt genau darin die besondere Kraft der Begegnung mit Tieren: Sie spiegeln uns, ohne uns zu beurteilen. Sie zeigen uns, wie wichtig Ruhe, Rücksicht und Vertrauen sind.
Und vielleicht beginnt Menschlichkeit genau dort, wo ein Kind versteht:
Dieses Tier hat seine eigenen Bedürfnisse – und ich bin dafür verantwortlich, sie zu achten.
Unsere tierischen „Mitarbeiter“:
Darius und Diego (Schwarzwälder Kaltblut)
Pferde nehmen feinste Körpersignale wahr und reagieren darauf sensibel. Mit ihren schweren Hufen strahlen sie Anmut und Stärke (Horsepower) aus und trotz ihrer Wehrhaftigkeit (ausschlagen) bleiben sie andererseits zugleich scheu und ängstlich. Bereits vom Hoftor aus weckt der imposante Anblick der sanften Riesen bei unseren eintreffenden Gästen Emotionen. Besonders Kinder lernen spätestens bei der Kontaktaufnahme durch das Berühren der samtigen Nüstern, dass Kraft und Stärke sich mit Scheu und Angst nicht widersprechen müssen. Für Personen mit Ängsten, traumatischen Erfahrungen oder sozialer Unsicherheit.
Gretl, Peter und Sepp etc. (Weiße deutsche Edelziege, Bunte deutsche Edelziege)
Unsere Ziegen strotzen geradezu vor Lebensfreude und Agilität, sie knabbern und springen im hohen Bogen herum. Sind eben Ziegen. Eigenwillig, aber sehr zutraulich. Sie helfen dabei, Mut zu fassen und im Hier und Jetzt anzukommen. Ihre lustige und oft schelmische Art zaubert so oft ein befreiendes Lächeln in die Gesichter unserer Gäste. Ein kleines Zicklein im Arm zu halten und dessen Herzschlag zu spüren, zu streicheln und zu liebkosen, sie zu füttern und sich mit ihrer aufdringlichen Fresslust auseinander zu setzen, all das lässt wenigstens für einen Moment all das Belastende im Leben vergessen. Eine kleine Ziegenwanderung über Wiesen und Feldwege bis zur Donau, begleitet vom hellen Geläut der Glöckchen an ihrem Hals, reißt aus dem tristen Alltag raus. Bei Kindern sehr beliebt ist auch das „Ziegenbad“ im Stall.
Bob, Little Joe und Don Camillo etc.
Alpakas sind von Natur aus sehr scheu und zurückhaltend. Wie gerne würde man sie ja sofort streicheln und umarmen. Aber so leicht ist das nicht; diese Nähe muss man sich erst „erarbeiten“, indem man gerade darauf verzichtet und zunächst nur mit den Augen genießt. Erst nach einer Zeit der Geduld und Ruhe werden sich die scheuen Flauschis aus Neugier vorsichtig wieder annähern, um bei hektischen Bewegungen erneut zu fliehen. Bleibt man jedoch vollkommen ruhig und regungslos, wird man bisweilen durch ein Beschnuppern („Schnupperküsschen“) belohnt.
Unsere 31 Alpakas strahlen eine tiefe Gelassenheit aus. Allein ihre Anwesenheit wirkt beruhigend und senkt nachweislich das Stresslevel. Mit ihnen können wir besonders gut Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen gestalten – ideal für Menschen, die innerlich zur Ruhe kommen möchten.
Dux (Bayerischer Gebirgsschweißhund)

Sie brauchen bei uns nicht zu klingeln, unser Jagd- und Hofhund Dux wird Sie schon vorher durch sein Bellen herzlich willkommen heißen. Keine Angst – er möchte nur von unseren Gästen gestreichelt werden. Im Nu bezaubert er Sie durch seine dunklen Kulleraugen und samtigen Schlappohren. Am liebsten ist ihm, wenn er von Kindern umringt, bequem auf dem Rücken liegend mit ausgespreizten Beinen genießen darf, im Mittelpunkt zu stehen. Gerade für Kinder und Senioren ist er oft der Türöffner zur Stimmungsaufhellung. Sollten Sie jedoch mal schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht haben und deshalb Bedenken haben, werden wir selbstverständlich darauf Rücksicht nehmen.
Berta, Wilma und Rudi (Hühner)
Sanftes Gurren, seidiges Gefieder, ein friedlicher Blick. Hühner sind etwas ganz Besonderes und werden vielfach unterschätzt. Wenn man sich auf diese gelehrigen Eierproduzenten einlässt, taucht man in eine andere Welt ein. Mit einem kleinen Singerl (Küken) in der Hand spürt man buchstäblich die Zerbrechlichkeit allen Lebens.
Als Erlebnisbauernhof und Soziale Landwirtschaft hat bei uns die landwirtschaftliche Produktion nur untergeordnete Rolle. Unser Schwerpunkt ist die tiergestützte Arbeit mit Menschen allen Alters.
Wir bieten für Einzelpersonen, Familien und Gruppen (Betriebe, Vereine, Pfarreiausflug, Ministranten, Jungesellinnenabschied etc.) Hofführungen sowie Wanderungen mit Alpakas und Ziegen an.
Auch in Kombination mit Vorträgen zu unterschiedlichen kulturellen, philosophischen oder religiösen, biblischen Themen im eigenen Tagungssaal (ca. 140 m2, 1. Stock, leider nicht barrierefrei). Ansonsten ist unser gesamter Hofraum absolut barrierefrei, auch die Wanderungen können bei Bedarf barrierefrei mit Rollstuhl geplant werden.
Darüber hinaus widmen wir uns mit sehr viel Herzblut in sozialen Projekten der erfüllenden Arbeit mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Dazu zählen:
- Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, Traumata und Behinderungen
- Menschen mit unterschiedlichen körperlichen, kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen
- Seniorinnen und Senioren zur Förderung von Mobilität und Lebensfreude
- Personen mit Burn-out, Depression oder Angststörungen, Demenz
- Personen in Lebens- und Sinnkrisen
- Soldaten und Kriegsflüchtlingen sowie deren Angehörigen mit postraumatischen Problemen (z.B. PTBS)
Ablauf und Rahmenbedingungen
Tiergestützte Aktionen bieten wir in der Regel nur für Gruppen an. In Ausnahmefällen auch für Einzelpersonen möglich. Heimbesuche mit unseren Tieren können wir leider nicht anbieten.
Die Aktionen dauern in der Regel 1-3 Stunden maximal. Ganztagesangebote (vormittags und nachmittags) sind leider derzeit aufgrund fehlender Kapazitäten noch nicht möglich.
Unsere tiergestützten Aktionen und Interventionen umfassen in Auswahl folgende Bereiche:
- Visueller Zugang (v.a. für Menschen mit Kontaktängsten, Vertrauensverlust etc.), feines angeleitetes Beobachten der Tiere und ihr Verhalten, Hintergrundinfos zu den Tierarten und ihren Charaktereigenschaften, Vorstellen mit Namen, sensibles Annähern
- Haptischer Zugang: Kontaktaufnahme durch Berühren, Streicheln, Fühlen, Spüren, Ertasten, Pflegen, Bürsten, Kämmen, Striegeln, Führen
- Praktischer, handwerklicher Zugang: Stallarbeit, Füttern, Hofarbeit
- Hofführungen, begleitete Spaziergänge, Wanderungen
- Gesprächs- und Arbeitsangebote ohne Beteiligung von Tieren
Die tiergestützten Interventionsangebote erheben keinen „therapeutischen“ Anspruch, vielmehr verstehen sie sich als Begleitmaßnahmen zur Unterstützung von Therapien. Gerne bieten wir die Zusammenarbeit und Koordination mit therapeutischen Einrichtungen an. Empathischer Umgang mit unseren Gästen, jahrzehntelange pädagogische Erfahrung und nicht zuletzt humorvolle, entspannte Kommunikation sind die Basis unserer Arbeit.
Unsere Beobachtungen sowie Rückmeldungen unserer Gäste zur Arbeit mit unseren Tieren:
- regt die geistige Auseinandersetzung an (kognitiv gefordert z.B. sich die Namen der Tiere zu merken)
- fordert die Konzentrationsfähigkeit, schärft die Sinne durch genaues Beobachten
- aktiviert Emotionen (Lachen, innere Freude, Gefühl der Geborgenheit)
- lenkt für einen Augenblick vom tristen Alltag ab
- motiviert zur Aktivität, provoziert Körperbewegungen (v.a. bei körperlichen Einschränkungen)
- schärft Gefühl der Empathie und der Verantwortung für ein Tier
- stärkt das Selbstvertrauen (speziell beim Führen von Alpakas)
- fordert Geduld und Selbstbeherrschung ein (Unruhe erzeugt auch bei den Tieren Unruhe!)
- mit Tieren reden
Sicherheit und Wohlbefinden von Mensch und Tier stehen dabei an oberster Stelle. Ob im Stall, auf der Weide oder unterwegs auf Wanderungen – wir schaffen geschützte Räume, in denen Vertrauen zu uns und unseren Tieren wachsen kann.
Unsere Philosophie
Wir sehen Mensch und Tier als Partner auf Augenhöhe. Unsere „tierischen Mitarbeiter“ sind nicht einfach „landwirtschaftliche Nutztiere“, sondern haben Eigenwert … Ihr je eigener Charakter und ihr Wohlbefinden sind die Grundlage jeder erfolgreichen Begegnung. Zudem wählen wir nur Tiere aus, die sich für diesen Zweck eignen. Meist sehen wir schon von klein auf, wer sich besonders für diese Aufgabe eignet.
Was uns antreibt…
Wer unseren Hof besucht, spürt schnell: Terra Alpaca ist weit mehr als ein ‚normaler‘ landwirtschaftlicher Betrieb. Hinter allem, was wir tun, steckt eine tiefe Freude in der Gemeinschaft und Begegnung von Mensch, Tier und Schöpfung.
Oft werden wir gefragt, was uns antreibt, warum wir so viel Zeit, Energie und Herzblut investieren – und dabei auch auf so vieles (z.B. Urlaub, Komfort) verzichten. Manchmal werden wir auch belächelt mit der Frage, wie wir mit den so wenigen Einnahmen durch Wanderungen wirtschaftlich überleben können.
Die Antwort ist einfach: Weil wir jeden Tag „er-leben“ dürfen, dass das, was wir tun, für uns Sinn macht und unser Leben bereichert. Wir bemessen den Wert unserer Arbeit nicht nach dem, was andere für diese bezahlen würden.
„Es ist alles nur geliehen / hier auf dieser schönen Welt.
Es ist alles nur geliehen, / aller Reichtum, alles Geld…“
Geld macht das Leben bequem, es gibt Sicherheit und öffnet viele Türen. Wer aber ausschließlich für Geld arbeitet, ist Sklave seiner selbst; er „verkauft“ seine teure Lebenszeit unwiederbringlich für „scheinbar teures farbiges Papier“. Andererseits hat jeder (landwirtschaftliche) Betrieb Ausgaben und Einnahmen und die Differenz davon sollte positiv sein, um weiter bestehen zu können: Das ist die Logik unserer modernen Wirtschaftswelt. Realistischerweise ist jeder dieser Logik unterworfen, ansonsten ist man zugegebenermaßen „arm“ dran. Geld ist ein notwendiges Mittel, nie aber Selbstzweck.
„… Jeder will noch mehr besitzen, / zahlt er auch sehr viel dafür;
keinem kann es etwas nützen, / es bleibt alles einmal hier.“
(Heinz Schenk, 1978)
Ein fettes Bankkonto, eine dicke Pension, ein üppiges Gehalt, wertvolle Immobilien, ein schickes Auto, internationales Aktiendepot und und und …
Wer viel Geld hat, ist nicht reich, solange er noch Wünsche hat. Und es liegt in der Dynamik des Reichseins, immer mehr zu wollen. Der Preis des Reichtums ist gewissermaßen die Unzufriedenheit.
Erst wenn man aber zufrieden ist mit sich und mit dem, was man hat, ist man im eigentlichen Sinne reich. Dieser „Reichtum“ macht nicht bequem und arrogant, er verführt nicht zu noch mehr Konsum, er begnügt sich mit sich selbst, er schenkt Frieden und Ruhe. Uhr und Terminkalender zeigen nur mehr das Jetzt, Hier und Heute an.
Je älter wir werden, umso mehr ändert sich unsere Blickrichtung und oft auch unsere Einstellung. Wir werden erkennen, dass die wirklich wichtigen Fragen des Lebens nicht lauten: Wie viel habe ich verdient? Was habe ich besessen? Welchen gesellschaftlichen Status hatte ich?
Viel bedeutsamer wird die letzte Frage sein:
Welche Spuren habe ich in meinem Leben hinterlassen ?
"Lateinischer Bauer"
Angesichts der häufig von Experten propagierten Devise „Wachsen oder Weichen“ stellte sich auch mir und meiner Frau die Frage nach der Zukunft des eigenen Familienbetriebs. Aber im Alter von 50 stellt man sich andere Fragen als jemand, der mit 20 Jahren den Hof übernimmt; und es ist einem auch anderes wichtig. Man blickt häufig wehmütig zurück in die eigene Kindheit und rechnet nachdenklich nach vorne. Der Bauernhof muss zum Bauern passen, nicht der Bauer zum Bauernhof. Da ich und meine Frau Latein und Theologie studiert haben, musste also der Hof „lateinisch“ bzw. „katholisch“ werden (:-) und so wurde aus einem ehemals konventionellen landwirtschaftlichen Mischbetrieb ein Erlebnisbauernhof mit Alpakas und der Diversifizierung „Soziale Landwirtschaft“ mit Angeboten für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.